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Überlastungsanzeige als Erzieherin (Kita)

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Hiermit zeige ich an, dass die Personalbesetzung am Freitag, 12.06.2026 in der Spätschicht nach meiner Wahrnehmung nicht ausreichte, um die anfallenden Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen.

Personalsituation: Sollbesetzung: 3 Fachkräfte, 1 Hilfskraft. Tatsächliche Besetzung: 1 Fachkraft, 1 Hilfskraft.

Erschwerende Umstände: Betreute Kinder: 24.

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Schritt 1 von 3 — Deine Situation

Deine Situation

Sollbesetzung
Tatsächliche Besetzung
Genauer angeben (optional)
Art des Ausfalls
Fehlende Qualifikation/Funktion

Hintergrund

Eine Überlastungsanzeige in der Kita ist eine schriftliche Mitteilung an die Einrichtungsleitung, dass die Personalsituation an einem bestimmten Tag aus deiner Sicht nicht ausgereicht hat, um den Betreuungs-, Aufsichts- und Bildungsauftrag ordnungsgemäß zu erfüllen. Sie beschreibt die Lage sachlich und dient der Dokumentation; eine rechtliche Bewertung deiner Situation ist damit nicht verbunden.

Was in der Erziehung als Personalausfall gilt, ist im Assistenten ausdifferenziert: die kurzfristige Krankmeldung, eine Gruppe, die gar nicht nachbesetzt wurde, eine Kollegin, die in eine andere Gruppe abgezogen wurde, ein Springer ohne Gruppeneinarbeitung, eine Praktikantin oder ein FSJler, die als vollwertige Kraft gezählt wurden, ein nicht verfügbarer Springer- oder Vertretungsdienst, ein unterschrittener Fachkraft-Kind-Schlüssel sowie die Doppelbetreuung zweier Gruppen durch eine einzelne Kraft.

Bei der Qualifikation wird festgehalten, ob eine anerkannte Fachkraft gemäß Betreuungsschlüssel im Dienst war, ob Einrichtungsleitung oder Fachberatung erreichbar waren, ob eine stellvertretende Leitung vor Ort war, ob eine Integrationskraft für Kinder mit Förderbedarf fehlte, ob eine Sprachförderfachkraft oder eine heilpädagogische Fachkraft für Kinder mit komplexem Förderbedarf verfügbar war, ob die Erste-Hilfe-Funktion besetzt war und ob eine Kinderschutzbeauftragte oder ein Kinderschutzbeauftragter erreichbar war.

Erschwerende Umstände sind unter anderem ein hoher Anteil an U3-Kindern, Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, Integrationskinder ohne Zusatzkraft, Kinder mit herausforderndem Verhalten, Mehrsprachigkeit ohne Unterstützung, Kinder mit besonderem Pflegebedarf bei Ernährung oder Medikation, mehrere zeitgleich laufende Eingewöhnungen, eine überdurchschnittlich große oder vorübergehend überbelegte Gruppe und ein Eingliederungshilfe-Bedarf, für den die Zusatzkraft noch nicht genehmigt oder nicht verfügbar ist. Als Vorkommnisse lassen sich unter anderem der Unfall oder die Verletzung eines Kindes, eine Eskalation mit Fremdgefährdung, ein kurzfristig nicht auffindbares Kind, ein Kind, das die Einrichtung selbstständig verlassen hat, ein Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung während der Betreuung, ein medizinischer Notfall mit Notarztbedarf, eine Eskalation durch Erziehungsberechtigte und ein Alarm mit Evakuierung vermerken. Bei der Infrastruktur geht es etwa um ein gesperrtes Außengelände, zu geringe oder ungeeignete Raumkapazität, ein gesperrtes Spielgerät, bauliche Mängel, Hygieneprobleme oder einen Heizungs- und Sanitärausfall.

Aufsicht, Pädagogik, Dokumentation

Der wichtigste Abschnitt benennt, was an diesem Tag nicht mehr ging. In der Kindertagesbetreuung steht dabei die Aufsicht an erster Stelle: entstandene Aufsichtslücken, eine bei Ausflügen und Außenaktivitäten nicht durchgängig gewährleistete Aufsicht, eine nicht vollständig mögliche Schlaf- und Ruheaufsicht, ein nicht ausreichend beaufsichtigter Eingangs- und Übergabebereich, eine unterbliebene Sicherheitsprüfung von Gelände und Material sowie Gefahrenquellen wie offene Türen oder Treppen, die nicht ausreichend gesichert werden konnten.

Pädagogisch geht es um eingeschränkte individuelle Förderung, entfallene Sprachförderangebote, ausgefallene Kreativ- und Bewegungsangebote und nicht durchführbare Entwicklungsbeobachtungen. Bei Dokumentation und Elternkommunikation stehen zurückgestellte Portfolioarbeit, nicht geführte oder verkürzte Elterngespräche, eine zeitlich verzögerte Unfallmeldung, eine nicht zeitgerechte Dokumentation im Rahmen des Schutzauftrags und eine unvollständige Übergabe im Team. Für das Personal selbst werden nicht mögliche Pausen, überschrittene Höchstarbeitszeit oder verkürzte Ruhezeit, eine anhaltende psychische Belastung, eine Gefährdungsbeurteilung, die die aktuelle Belastungssituation nicht abbildet, und wegen Unterbesetzung ausgefallene Supervision oder Fortbildung erfasst.

An wen sie in der Kita üblicherweise geht

Vorgeschlagen sind die Kita- beziehungsweise Einrichtungsleitung und die Mitarbeitervertretung oder der Betriebsrat. Ergänzend lassen sich der ver.di-Fachbereich Bildung, Erziehung und Wissenschaft und die zuständige Arbeitsschutzbehörde auswählen. Als Abhilfe kann die Anzeige unter anderem eine zusätzliche Betreuungskraft, die Wiederherstellung des Betreuungsschlüssels, eine Vertretungsregelung, eine vorübergehende Anpassung der Öffnungszeiten oder die Information von Träger und Fachaufsicht benennen. Namen von Kindern oder Familien gehören nicht in das Dokument — nur anonymisierte Kennzahlen.

Einschlägige Normen

Die folgenden allgemeinen Regelungen führt das Dokument auf Wunsch als Hinweis mit auf. Eine Aussage über einen einzelnen Dienst ist damit nicht verbunden.

Häufige Fragen

Muss ich eine Überlastungsanzeige schriftlich machen?

Das Arbeitsschutzgesetz nennt für die Meldung keine bestimmte Form. § 16 Abs. 1 ArbSchG verpflichtet Beschäftigte, eine festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für Sicherheit und Gesundheit unverzüglich dem Arbeitgeber oder dem zuständigen Vorgesetzten zu melden. Schriftlich lässt sich später nachvollziehen, wann du was gemeldet hast.

Quelle: § 16 ArbSchG

An wen geht die Anzeige?

Nach § 16 Abs. 1 ArbSchG geht die Meldung an den Arbeitgeber oder an die zuständige vorgesetzte Person. Nach § 16 Abs. 2 ArbSchG sollen Beschäftigte festgestellte Gefahren außerdem der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt oder dem Sicherheitsbeauftragten mitteilen.

Quelle: § 16 ArbSchG

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber beim Arbeitsschutz?

Das Gesetz beschreibt die Pflichten allgemein: Nach § 3 Abs. 1 ArbSchG muss der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes treffen. Nach § 5 ArbSchG ermittelt er durch eine Gefährdungsbeurteilung, welche Maßnahmen nötig sind — ausdrücklich auch mit Blick auf psychische Belastungen. Was daraus im Einzelfall folgt, lässt sich nicht pauschal sagen.

Quelle: § 3 Abs. 1 ArbSchG, § 5 ArbSchG

Darf ich wegen der Anzeige benachteiligt werden?

Nach § 612a BGB darf der Arbeitgeber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht benachteiligen, weil sie in zulässiger Weise ihre Rechte ausüben. Halten Beschäftigte die Schutzmaßnahmen aufgrund konkreter Anhaltspunkte für unzureichend und hilft der Arbeitgeber ihrer Beschwerde nicht ab, können sie sich an die zuständige Behörde wenden; dadurch dürfen ihnen nach § 17 Abs. 2 ArbSchG keine Nachteile entstehen. Ob das in deinem Fall greift, klärt eine Beratung.

Quelle: § 612a BGB, § 17 Abs. 2 ArbSchG

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Andere Bereiche

Diese Seite gibt allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung zu deinem Einzelfall. Für eine rechtliche Einschätzung wende dich an deine Gewerkschaft, deinen Betriebsrat beziehungsweise deine Mitarbeitervertretung oder an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.