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Überlastungsanzeige im Rettungsdienst

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Hiermit zeige ich an, dass die Personalbesetzung am Freitag, 12.06.2026 in der Spätschicht nach meiner Wahrnehmung nicht ausreichte, um die anfallenden Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen.

Personalsituation: Sollbesetzung: 3 Fachkräfte, 1 Hilfskraft. Tatsächliche Besetzung: 1 Fachkraft, 1 Hilfskraft.

Erschwerende Umstände: Versorgte Patient:innen: 24.

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Schritt 1 von 3 — Deine Situation

Deine Situation

Sollbesetzung
Tatsächliche Besetzung
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Art des Ausfalls
Fehlende Qualifikation/Funktion

Hintergrund

Eine Überlastungs- oder Gefährdungsanzeige im Rettungsdienst hält schriftlich fest, dass Besetzung, Qualifikation oder Material an einem bestimmten Tag nach deiner Wahrnehmung nicht ausgereicht haben, um den Dienst ordnungsgemäß zu versehen. Sie richtet sich an die vorgesetzte Stelle, dokumentiert die Lage und bewertet den Einzelfall ausdrücklich nicht.

Der Rettungsdienst hat eine Eigenheit, die andere Bereiche so nicht kennen: Personal fehlt hier nicht abstrakt, sondern ein Fahrzeug steht. Der Assistent bildet das ab. Erfasst werden eine kurzfristige Krankmeldung, eine nicht nachbesetzte Besatzung, ein Fahrzeug, das mangels verfügbarer Besatzung außer Dienst gehen musste, eine nicht sichergestellte Notarztbesetzung, Personal, das für eine Sonderlage oder ein Großereignis abgezogen wurde, ein Springer ohne Bereichs- oder Fahrzeugeinarbeitung, ein Praktikant oder FSJler, der als Besatzungsmitglied mitgezählt wurde, sowie eine Doppelschicht, die durch anhaltenden Personalausfall nötig wurde.

Bei der Qualifikation zählt, wer tatsächlich im Dienst war: ob eine Notfallsanitäterin oder ein Notfallsanitäter besetzt war, ob eine qualifizierte Fachkraft für die Notarztbegleitung zur Verfügung stand, ob der Führungsdienst erreichbar und besetzt war, ob nur Berufseinsteiger:innen im Dienst waren, ob ein Notarzt oder eine Notärztin zeitgerecht erreichbar war, ob für das eingesetzte Gerät eine Einweisung oder Fortbildung vorlag und ob eine Praxisanleitung für Auszubildende verfügbar war.

Erschwerende Umstände reichen von Polytrauma und internistischen Komplexfällen über Kindernotfälle, Patient:innen in psychischer Ausnahmesituation und Intensivtransporte mit komplexer Überwachungspflicht bis zu Schwerlasttransporten mit erhöhtem Personalbedarf und strukturell langen Anfahrts- und Transportzeiten. Als Ereignisse lassen sich unter anderem ein Massenanfall von Verletzten, ein Gefahrgut- oder Chemikalieneinsatz, eine Reanimation mit verlängerter Einsatzdauer, ein komplexer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen, eine Parallel- oder Nachalarmierung während eines laufenden Einsatzes, Ausrüstungsversagen sowie Aggression und Gewalt gegen Einsatzkräfte vermerken. Bei der Infrastruktur geht es um defekte Fahrzeuge und Geräte, ausgefallenen Funk, eine überlastete oder nicht erreichbare Leitstelle, ein gestörtes Einsatzleitsystem, defekte medizinische Geräte wie EKG, Beatmungsgerät oder Defibrillator und fehlendes Verbrauchsmaterial.

Was dadurch nicht geleistet werden konnte

Notfallmedizinisch geht es um verzögerte oder eingeschränkte Basisversorgung, eingeschränktes Monitoring, verzögerte Medikamentengabe, nicht eingehaltene Hilfsfristen, verzögerte oder nicht mögliche Schmerztherapie und Sedierung sowie einen verzögerten Transport in eine zeitkritische Zielklinik bei Schlaganfall, Brustschmerz oder Trauma. Bei Dokumentation und Übergabe stehen ein nur rudimentäres Einsatzprotokoll, eine verkürzte Übergabe an die Klinik, unvollständig erfasste Einsatzzeiten und Statusmeldungen sowie eine nicht durchgeführte Einsatznachbereitung.

Ein Abschnitt, den es nur im Rettungsdienst gibt, betrifft Fahrzeug- und Materialcheck: ein vor Dienstbeginn nicht vollständig durchführbarer Fahrzeug- und Ausrüstungscheck, eingeschränkte Fahrzeug- und Materialdesinfektion, ausgebliebene oder verzögerte Material- und Medikamentenauffüllung und eine nicht mögliche regelmäßige Funktionsprüfung medizinischer Geräte. Für die Einsatzkräfte selbst werden nicht mögliche gesetzliche Pausen, verkürzte Ruhezeiten, nicht vollständig mögliche persönliche Schutzmaßnahmen, nicht erfasste oder ausgeglichene Überstunden und eine nach einem belastenden Einsatz nicht ermöglichte psychosoziale Nachsorge erfasst.

An wen sie im Rettungsdienst üblicherweise geht

Vorgeschlagen werden die Rettungsdienstleitung als vorgesetzte Stelle und die Mitarbeitervertretung beziehungsweise der Betriebsrat. Ergänzend stehen der ver.di-Fachbereich Besondere Dienstleistungen und die zuständige Arbeitsschutzbehörde zur Auswahl. Die Adresse der eigenen Dienststelle oder Wache trägst du selbst ein. Patientendaten und Diagnosen gehören nicht in die Anzeige — nur anonymisierte Kennzahlen wie die Zahl der versorgten Patient:innen oder der zusätzlichen, ungeplanten Einsätze.

Einschlägige Normen

Die folgenden allgemeinen Regelungen führt das Dokument auf Wunsch als Hinweis mit auf. Eine Aussage über einen einzelnen Dienst ist damit nicht verbunden.

Häufige Fragen

Muss ich eine Überlastungsanzeige schriftlich machen?

Das Arbeitsschutzgesetz nennt für die Meldung keine bestimmte Form. § 16 Abs. 1 ArbSchG verpflichtet Beschäftigte, eine festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für Sicherheit und Gesundheit unverzüglich dem Arbeitgeber oder dem zuständigen Vorgesetzten zu melden. Schriftlich lässt sich später nachvollziehen, wann du was gemeldet hast.

Quelle: § 16 ArbSchG

An wen geht die Anzeige?

Nach § 16 Abs. 1 ArbSchG geht die Meldung an den Arbeitgeber oder an die zuständige vorgesetzte Person. Nach § 16 Abs. 2 ArbSchG sollen Beschäftigte festgestellte Gefahren außerdem der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt oder dem Sicherheitsbeauftragten mitteilen.

Quelle: § 16 ArbSchG

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber beim Arbeitsschutz?

Das Gesetz beschreibt die Pflichten allgemein: Nach § 3 Abs. 1 ArbSchG muss der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes treffen. Nach § 5 ArbSchG ermittelt er durch eine Gefährdungsbeurteilung, welche Maßnahmen nötig sind — ausdrücklich auch mit Blick auf psychische Belastungen. Was daraus im Einzelfall folgt, lässt sich nicht pauschal sagen.

Quelle: § 3 Abs. 1 ArbSchG, § 5 ArbSchG

Darf ich wegen der Anzeige benachteiligt werden?

Nach § 612a BGB darf der Arbeitgeber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht benachteiligen, weil sie in zulässiger Weise ihre Rechte ausüben. Halten Beschäftigte die Schutzmaßnahmen aufgrund konkreter Anhaltspunkte für unzureichend und hilft der Arbeitgeber ihrer Beschwerde nicht ab, können sie sich an die zuständige Behörde wenden; dadurch dürfen ihnen nach § 17 Abs. 2 ArbSchG keine Nachteile entstehen. Ob das in deinem Fall greift, klärt eine Beratung.

Quelle: § 612a BGB, § 17 Abs. 2 ArbSchG

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Andere Bereiche

Diese Seite gibt allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung zu deinem Einzelfall. Für eine rechtliche Einschätzung wende dich an deine Gewerkschaft, deinen Betriebsrat beziehungsweise deine Mitarbeitervertretung oder an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.